Test: FOX PODIUM FACTORY
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FOX hat es endlich wahrgemacht. Nachdem die Mountainbikewelt 2011 mit einer 26 Zoll-Upside-Down-Gabel in Gee Athertons Bike bei den US-Open angeteasert wurde, ist FOXs Upside-Down-Federgabel für Mountainbikes 14 Jahre später endlich da. Die Fox Podium kommt aber nicht direkt für Downhillbikes als Doppelbrücke, sondern als Singlecrown für Enduro- und E-Bikes.
Performance für Heavy-Hitter, Racer und E-Biker? Hier kommt der Fahreindruck.
Steckbrief Fox Podium Factory
| Einsatzbereich | Enduro / aggr. AM / eMTB |
| ⌀ | (47 mm upper) 36 mm |
| Federweg | 150 / 160 / 170 mm |
| Settings | HSC, LSC, HSR, LSR |
| Federung | FLOAT EVOL GlideCore Air |
| Dämpfung | GRIP X2 |
| Laufradgrößen | 29″ |
| Max. Reifenbreite | 2,6″ |
| Achsmaß | 20 x 110 mm Boost |
| Bremsscheibe | PM 200 mm (bis 230 mm) |
| Offset | 44 mm |
| Axle-to-Crown | ca. 577–587 mm |
| Gabelschaft | 1,5–1 1/8″ |
| Casting | Aluminium |
| Abstreifer | Fox by SKF |
| Fender | optional |
| Farbe | Kashima / Schwarz |
| Gewicht | 2.780 g |
| Garantie | 2 Jahre |
| Preis (UVP) | ca. 2.400 € |
| Webseite | ridefox.com |
TECHNISCHE INFORMATIONEN FOX PODIUM
Warum steht bei der FOX Podium überhaupt alles auf dem Kopf? Für mehr Kontrolle. Im motorbetriebenen Hochleistungs-Zweiradsport, ob nun MotoGP oder Moto-X, ist die Upside-Down-Bauweise (USD) seit Jahrzehnten der unangefochtene Standard. Als wohl bekanntester Grund für diese Dominanz wird im Volksmund eine verringerte ungefederte Masse genannt. Als zweiten Vorzug dieser Bauweise gilt auch, dass die Führungsbuchsen in USDs stets bestens geschmiert sind. Ob diese Versprechen unserer Gashahn-drehenden Cousins auch im Mountainbikesport gelten? Ihr werdet es später in einem eigenen Artikel erfahren können …
FOX Podium – Chassis
Wuchtig. 47 mm messen die aus 7075-Aluminium gedrehten Rohre der FOX Podium, die von der massiven Gabelkrone aufgenommen werden. Letztere ist in zwei Varianten verfügbar. Passend zu eurem Rahmen. Wuchtig und formschlüssig für voluminösere E-Bikes oder schlanker für reguläre Mountainbikes.
Unten kommen nicht etwa 38 mm, sondern 36 mm Rohre heraus, optisch natürlich auffallend mit FOXs exklusiver Kashima-Beschichtung. Das wirkt aber immer noch nicht dünn im Gesamtbild. Die durch die fehlende Brücke geringere Torsionssteifigkeit möchte Fox mit einer 20 x 110 mm-Boost-DH-Stahlachse auffangen. Achse reindrehen und Hebel einklappen, wie sonst bei anderen Gabeln? Hier nicht. Es gibt einen exakten Prozess, dem man folgen muss, damit die Gabel später sauber läuft. Hierfür zieht man die insgesamt fünf Schrauben in einer festgelegten Reihenfolge und mit einem festgelegten Drehmoment an.
FOX ordnet die laterale Steifigkeit auf der Höhe ihrer 36 ein, was beim Grip helfen sollte. Bedingt, und gewollt, durch die fetten oberen Rohre liegt die Steifigkeit in Fahrtrichtung deutlich über der einer Trail-Federgabel. Laut FOX nahe an ihrer 40.
Massive Gabelkrone gepaart mit 47 mm Aluminium-Rohren. Der untere Gabelteil besteht aus 36 mm Rohren mit Kashima-Beschichtung und einer 20 mm Stahlachse.
Ein weiterer Schlüsselparameter ist das sogenannte Bushing-Overlap. Das ist der Abstand der Führungsbuchsen in der Gabel. FOX spricht hier von einem Abstand von 174,4 mm, was 32 % mehr sein soll als bei einer FOX 38. Reduzierte Reibung und verbesserte Funktion, auch wenn sie in Steinfeldern tiefer im Federweg arbeiten muss, so das Herstellerfazit.
Besonders bei der FOX Podium ist das Bushing-Overlap – also der Abstand der Führungsbuchsen: 174,4 mm.
Wer sein Goldstück schützen möchte, sollte die mitgelieferten Standrohrschützer montieren. Diese bieten ebenfalls Führung für die Bremsleitung. Ohne Schützer hält ein sogenannter „Mast“, was nichts anderes als ein Bremsleitungshalter ist, die Bremsleitung dem rotierenden Reifen fern. Einen nachrüstbaren Fender gibt es ebenfalls. Dessen Optik gleicht dem Frontfender einer Motocrossmaschine, spielt mit seinem Preis von 75 Euro jedoch weit über den üblichen Moto-Preisen.
Zwei von diesen Bremsleitungsführungen sind am oberen Alu-Rohr montiert.
Unten wird die Bremsleitung am in Fahrtrichtung linken Fender fixiert.
Der nachrüstbare Fender für den maximalen Moped-Look.
FOX Podium – Luftfeder
Die Podium nutzt die FLOAT EVOL GlideCore-Luftfeder. Ein flexibel gelagerter Luftschaft soll helfen, auch bei einem durch Krafteinwirkung auf dem Trail „verdrehtem“ Chassis die Reibung zu minimieren. Außerdem soll das sensible Ansprechen auch auf kleinste Unebenheiten dadurch weiter verbessert werden.
Im GlideCore-System sorgen die markierten Nitril-Butadien-Ringe (synthetischer Kautschuk) für eine laterale und axiale Bewegungsfreiheit des Luftschafts – dadurch soll sich die Gabel nicht „verspannen“ und leichter ansprechen.
Befüllt wird die Gabel, bedingt durch das Design, nicht von oben, sondern unten am linken Gabelholm. Hier ist etwas Vorsicht geboten. Einerseits kann beim Abschrauben der Dämpferpumpe etwas Schmieröl in Richtung Bremsscheibe spritzen, aber es kann auch passieren, dass sich das Luftkammerschmieröl in den Pumpenschlauch, und somit später in die Pumpe selbst, absetzt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte: Bike auf den Kopf stellen, Vorderrad entnehmen und dann erst mit der Pumpe anrücken.
FOX setzt schon immer auf Volumenspacer aus festem Kunststoff. Mit einem Kassettenschlüssel lässt sich die Luftkammer (vorher Druck ablassen – ist klar) öffnen und mit bis zu 8 schwarzen „Pucks“ anpassen. Derbste Huck-to-Flats haben da keine Chance mehr.
An der linken Gabelunterseite befinden sich das Luftventil sowie …
die Volumenspacer – zum Luftbefüllen und Tauschen der „Pucks“ empfiehlt es sich, das Bike auf den Kopf zu stellen.
Druckaufbau im Casting durch viele Tiefenmeter oder andere äußere Einflüsse? Mit spitzem Finger kann man auf der Oberseite der Gabel beiden Holmen über ein Release-Valve (jeweils der kleine silberne Knopf links und rechts) den erforderlichen Druckausgleich verschaffen.
FOX Podium – Dämpfung
Die GRIP X2-Kartusche ist keine gänzliche Neuentwicklung, hier bedient sich die Podium weitestgehend bei ihren Schwestern 36 und 38. Da in einer Upside-Down-Bauweise geringere Reibung (sprich: unkontrollierte Dämpfung) entsteht, wurden die Druck- und Zugstufe sowie das Kolbendesign des Mid-Valve angepasst.
Die externen Einstellmöglichkeiten sind FOX-typisch: jeweils 8 Klicks für High-Speed Compression (HSC) und High-Speed Rebound (HSR) sowie 18 Klicks für Low-Speed Compression (LSC) und 16 Klicks für Low-Speed Rebound (LSR).
Wie bei FOXs Right-Side-Up-Federgabeln befinden sich die Compression-Einsteller auf der rechten Oberseite und die Rebound-Einsteller auf der rechten Unterseite, geschützt durch eine aufschraubbare Schutzkappe.
Setup der FOX Podium
Hier steht zwar alles Kopf, aber das Setup der FOX Podium gleicht im Großen und Ganzen dem der anderen Fox-Federgabeln.
Je nach Fahrergewicht finden sich auf dem Setup-Sticker der Gabel Empfehlungen für den Luftdruck und direkt, in Abhängigkeit davon, die Menge an Klicks für Highspeed- und Lowspeed-Zugstufe.
Wer sich die Zeit nimmt – und das sollte man – das Manual oder den Setup-Guide auf der Fox-Seite durchzuarbeiten, wird noch die Empfehlung für die Druckstufe finden: HSC 6 (von 8) und LSC auf 8 (von 18). Das ist gleichbleibend für alle Fahrergewichte.
Direkt auf der Gabel zu finden: Luftdruck in Abhängigkeit vom Gewicht und die passenden Rebound-Klicks. Die Compression-Angaben stehen im Manual: 6 HSC & 8 LSC.
Ein Startpunkt: Einmal beide Drehknöpfe komplett zudrehen (rechts herum), dann zurück zum ersten Klick. Ab hier dreht ihr entsprechend der FOX-Angaben links herum.
Für den Luftdruck stellt ihr euer Bike am besten auf den Kopf, dann läuft kein Schmieröl in euren Pumpenschlauch. Fox empfiehlt je nach Vorliebe einen SAG von 15–20 %. Achtung: Der maximale Luftdruck der Podium beträgt 130 psi.
| Federweg | 15 % SAG (straff) | 20 % SAG (weich) |
|---|---|---|
| 150 mm | 22 mm | 30 mm |
| 160 mm | 24 mm | 32 mm |
| 170 mm | 26 mm | 34 mm |
Volumenspacer
Bei unserer 170 mm Podium waren ab Werk zwei Volumenspacer montiert. Später haben wir auf einen reduziert. Wer hier eine Anpassung machen möchte, benötigt einen Volumenspacer der speziell für die Podium entwickelt wurde. Im Lieferumfang sind meist einige enthalten. Mit einer Kassetten-Nuss könnt ihr die Luftkammer (nach dem Luftablassen natürlich) öffnen.
Die Podium bzw. die einzelnen Aifshafts gibt es in einer 150, einer 160 und einer 170 mm Version. Alle können maximal 8 Volumenspacer aufnehmen. 150 kommt mit 4 Chips, 160 mit 3 und 170 mit 2. Die E-Bike-Version der Gabel packt in jeder Federwegsvariante noch einen Spacer drauf.
Luft ablassen. Abdeckung mit Kassetten-Nuss entfernen …
und spezielle Podium-Volumenspacer aufstecken. Mit der Bremsscheibe aufpassen!
FOX Podium Steckachse und Vorderrad einbauen
Damit eine Federgabel ideal funktioniert, sollte das Chassis nicht durch die Achse verzogen werden. Das kann passieren, wenn eine Nabe beispielsweise etwas schmaler in ihrer Klemmbreite ausfällt oder die Drehmomente nicht eingehalten werden.
Um sicherzustellen, dass alles ordentlich flutscht und keine unerwünschte Reibung in den Buchsen stattfindet, gilt es, folgenden Prozess zu befolgen:
Korrekte MONTAGE DER 20 x 110 MM-BOOST-STECKACHSE
Das Vorderrad in die Ausfallenden einsetzen und die Achse durch die Ausfallenden und die Nabe schieben.
Die Achse mit einem 5 mm Innensechskantschlüssel auf 13,6 Nm festziehen.
Mit einem 5 mm Innensechskantschlüssel die beiden Klemmschrauben am Ausfallende auf der Nichtantriebsseite mit 6,2 Nm festziehen.
Die Federgabel ein paar Mal einfedern, damit die unteren Gabelbeine einen reibungsarmen
Zustand einnehmen.
Mit einem 5-mm-Innensechskantschlüssel die beiden Klemmschrauben am Ausfallende auf der Antriebsseite mit 6,2 Nm festziehen.
Damit sich die Gabel beim Einbau des Vorderrads nicht verzieht, sollte man unbedingt die Anzugsreihenfolge der Schrauben und die Drehmomente beachten.
Der Vorgang ist klar und sorgt für eine ideale Funktion. Mit etwas Übung ist er schnell erledigt. Dennoch sollte man den höheren Zeitaufwand einplanen.
Etwas Besonderes bei der Fox Podium ist der Umstand, dass sie auf eine 20 mm Steckachse setzt. Nostalgie kommt auf. Wenn ihr die Gabel nachrüstet, solltet ihr auf dem Schirm haben, dass nicht jede Vorderradnabe einfach über Endkappen umzurüsten ist. In Summe hilft die dickere Achse, die Steifigkeit des Gesamtsystems nach oben zu bringen.
Auf dem Trail
Die Setup-Empfehlung von FOX für Fahrergewicht und Zugstufe hat sich für das komplette Portfolio in den letzten Jahren als ein guter Startpunkt etabliert.
Nach dem Eingewöhnen auf die Gabel und dem Erkunden der Bandbreite der Abstimmungsmöglichkeiten lagen die Settings wieder recht nah am Ausgangspunkt.
Was spürt man aber auf der Strecke? Bullig wirkt die Gabel und Upside-Down umranken viele Meinungen. Auch wenn diese Bauweise für uns Mountainbiker (noch) ungewohnt wirkt in Bezug auf die bekannte Optik von FOX, so hat man es dennoch geschafft, der Podium ein wirkliches „FOX-Fahrfeeling“ einzuimpfen.
Wer eine FOX 38 kennt, wird sich also recht schnell wohlfühlen und kann die Geschwindigkeit nach oben drehen. Die Einsteller für Druck- und Zugstufe reagieren hier wie gewohnt.
Eines vorweg: Wer hofft, dass die FOX Podium sich ihren Weg erschlängelt, wie so manche Gabeln dieser Bauweise aus 26-Zoll-Zeiten, der ist falsch gewickelt. Upside-Down ist grundsätzlich „anders“ und erfordert für manche etwas Eingewöhnungszeit. Die physikalisch andere Gewichtsverteilung zwischen gefederter und ungefederter Masse sorgt für bessere Performance. Sprich, die Gabel bügelt alles besser weg. Das heißt aber auch, dass ihr etwas weniger Feedback vom Untergrund bekommt. Nicht nur die Einstellung der Dämpfung sollte man entsprechend anpassen, auch der Reifendruck sollte in beide Richtungen erforscht werden. Weniger Druck und damit noch mehr Grip, aber dadurch erneut weniger Gefühl für den Untergrund? Mehr Druck und dafür mehr Feeling, aber weniger Grip? Forschungsdrang und Offenheit für ein neues/anderes Gabel-Gefühl werden hier mit Ruhe und Linientreue belohnt.
Dabei fällt auf, dass die Podium gegenüber der 38 mit zusätzlichem Speed auf der Strecke honoriert. Je schneller man sie fährt, desto wohler fühlt man sich. Die Sensibilität ist auch schon bei niedrigen Geschwindigkeiten gegeben, dennoch wacht die Gabel so richtig auf, wenn man sich auch selbst warmgefahren hat und die Finger von der Bremse lässt.
Auch wenn die FOX Podium bei langsamen Geschwindigkeiten schon sensibel arbeitet, wird man belohnt, wenn man den Finger von der Bremse lässt.
Upside-Down sind zu weich! Eine vorgefertigte Meinung findet sich immer schnell im Internet. Aber trifft das auf die Podium im Praxistest zu? Im direkten Vergleich mit RSU-Gabeln fühlt sich die Podium nicht signifikant weicher an. Gegenüber leichteren Vertretern ist sie teilweise sogar steifer, und das nicht nur beim Anbremsen. Auch wenn diese Eigenheit mit am meisten auffällt. Auf der Bremse stehen, wenn es rumpelt, ist nie ideal, und das sollte man eigentlich grundsätzlich lassen. Wenn es doch mal passiert oder notwendig wird, bleibt die Podium dabei aktiver als andere Gabeln.
In Steinfeldern und insbesondere in Stein-durchsetzten Kurven sollte man mit etwas Nachdruck unterwegs sein. Die Gabel bietet Lenkpräzision, gemischt mit Flex. Wer sich eine Linie weg von der Volksrinne, entgegen Wurzeln und schrägen Kanten, erzwingen möchte, sollte gerne etwas Nachdruck mitbringen. Das Verhalten der Podium ist hier sportlich und Nachdruck hilft. Sei es durch mehr Power von Fahrerseite oder auch das Gesamtgewicht von Rad und Fahrer. Ein paar PSI weniger im Reifen erleichtern hier ebenfalls die Erfolgsquote.
Wer die Front mit einem hohen Lenker oder einer soften Abstimmung im Heck entlastet, sollte die Podium etwas weicher als in der Vorgabe abstimmen, damit man nicht entkoppelt wird. Grundsätzlich gilt: Ernsthaft draufhalten und die Linie mit Nachdruck zu fahren ist ein Fahrstil, der besser zur Fox Podium passt. Wer das nicht möchte, kann sich für die 38 entscheiden und damit eine wunderbare Performance erzielen. Wie wir darauf kommen? Wir haben den Einsatzbereich ausgelotet und das Prinzip „Entspannt dahinrollen und die Federgabel einfach mal machen lassen“ ausgetestet. Ist man in dieser Manier, auf einem Bike ohne Motor unterwegs, dann ist das nicht die Paradedisziplin der Podium.
Der aktive Fahrer mit etwas mehr Nachdruck wird von der FOX Podium belohnt.
Dreht man die Druckstufe raus, hält den Luftdruck eher soft und reduziert die Volumenspacer lässt sich die Podium in Richtung Staubsaugerfeeling trimmen. Wir haben uns Klick für Klick und psi für psi herangetastet, bis das Gefühl erreicht war. Wie fühlt sich das dann an? Jede Wurzel. Entfernt. Gröbstes Gepolter. Jetzt ein Flowtrail. Im Gegenzug macht man aber Abstriche, wenn es dann doch wieder steiler wird oder man aktiv auf dem Rad mit Druck vom Lenker aus unterwegs ist. Wo sie im regulären Setup die direkte Linienwahl ermöglicht, fehlt beim Komfort-Setting die Präzision. Es gilt entweder – oder.
Ballert man mit entsprechender Geschwindigkeit, und Dämpfung, über den Trail, so fühlt man sich deutlich wohler. Die auftretenden Kräfte, die auf die Gabel wirken, steigen, und man kann mit der Druckstufen-Dämpfung entsprechende Kontrolle ins Fahrwerk bringen. Auf der Zugstufen-Seite zeigte sich die Podium lebendig von ihrer besten Seite. Sprich, man sollte sie nicht zu langsam drehen, um ihr die Aktivität zu lassen. Dann kann sie auch schnelle Schlagabfolgen kontrollierter aufnehmen. Bei der persönlichen Abstimmung gilt es hier auch mal bewusst über das Setting hinauszugehen, was man sonst so fahren würde.
Es gibt immer mal wieder Situationen, die hohe Kräfte walten lassen. Eine überschossene Landung oder der Drop, der dann doch eine etwas steilere Landung vertragen könnte. Erreicht man hierbei das Ende des Federwegs an der Podium, so wird man das am Lenker gemeldet bekommen. Fox vertraut auf die Progression der Luftseite, und wenn selbst das nicht reicht, schützen zwei Gummiendanschläge das Chassis vor möglichen Beschädigungen. Es gibt also auch bei monströsen Einschlägen kein metallisches KLONK.
Wer öfter harte Landungen und hohe Kräfte ins Fahrwerk einleitet, sollte mit den Volumenspacern entsprechende Anpassungen machen. Bis zu 8 sind möglich. Man kann hier diskutieren, ob eine Gabel aus diesem Preissegment nicht auch über einen hydraulischen Endanschlag verfügen sollte. Warum? Man könnte somit die Gabel in ihrer Kennlinie etwas linearer belassen, mehr aktiven Federweg nutzen und das Ende trotzdem sanft erreichen.
Erhöht man die Anzahl der Volumenspacer, wird die Gabel etwas von ihren Bügelqualitäten einbüßen, die eben genau die USD-Fans schätzen.
Die maximale Traktion erreichten wir mit einem Setting, das die Gabel eher etwas tiefer im Federweg arbeiten ließ. 3 bis 5 psi weniger als die Empfehlung von Fox verbesserten den Grip und die Gripkontrolle am Vorderrad deutlich. In schmierigen Kurven mit zusätzlichen Schlägen brachten zwei Klicks weniger Lowspeed Compression das Bike in Balance. Wer sonst nicht so oft an den Einstellern für die Druckstufendämpfung herumdreht, sollte das bei der Podium beginnen. Der Einstellungsbereich ist gut nutzbar und jeder Klick macht einen Unterschied, der helfen kann, euer ideales Setting zu finden.
Technischer Bericht
Im Laufe des Testzeitraums begann die FOX Podium ihr Wesen zu verändern. Sensibilität war dahin und sie wurde immer bockiger.
Ein kompletter Neustart mit Luftablassen und erneutem Setup brachte keine Besserung. Also nahmen wir Kontakt mit dem deutschen Service-Center auf und die Gabel ging auf die Reise zum Check-up.
STATEMENT FOX/COSMIC
„Wir haben die Staubabstreifer getauscht und die Luftseite geprüft, einen Defekt konnten wir nicht feststellen.“
– Mark Senger | General Manager Service Center
Nach dem Service durch Cosmic kam die Gabel zu uns zurück und glänzte wieder mit regulärer Funktion. Was war die Ursache? An dieser Stelle können wir nur spekulieren. Aus unserer Erfahrung mit anderen Gabeln vermuten wir Fett von der Erstmontage, welches sich zur Ausgleichsbohrung zwischen Positiv- und Negativ-Kammer gearbeitet und diese dann verstopft hat. Wenn dieser Port nicht mehr offen ist, kann dies zu der beschriebenen Bockigkeit führen. Aber es gibt eine Vielzahl an möglichen Ursachen, darum ist und bleibt dies eine Spekulation.
Wie sieht das ideale Anwenderprofil für die FOX Podium aus?
Nachdruck beim Fahren in Form von kräftiger Fahrweise, aktiver Linienwahl passt ideal zur FOX Podium. Aber auch ein hohes Systemgewicht, beispielsweise mit E-Bikes wirkt sich positiv aus.
Wer leichter ist oder nicht so explizit auf die grobe Linie draufhalten möchte, um sie dann mit voller Kraft plattzubügeln, sollte sich ehrlich fragen, ob vielleicht eine Fox 38 nicht die bessere Wahl ist. Die hat natürlich nicht den edlen Pimpfaktor, den die Podium mitbringt.
FOX Podium oder …
FOX 38? Am Ende kommt es auf das Fahrerprofil, die Strecke und den persönlichen Geschmack an.
FAZIT
Die FOX Podium füllt passend die Lücke zwischen 38 und 40. Nicht nur vom Look, sondern auch von der Charakteristik. Wer den Mehraufwand bei der Handhabung mit der Achse nicht scheut und auch vom Fahrerprofil zwischen 38 und 40 passt, ist ein Match für diese Gabel. Einbauen. Abstimmen. Draufhalten. Aber richtig.
| Was ist erwähnenswert? | Dinge die man bedenken sollte. |
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Wie geht es weiter?
Im nächsten Test behandeln wir die SR Suntour Durolux. Die Einstellmöglichkeiten fallen minimalistisch aus. Kann sie im Vergleich mit den Platzhirschen überzeugen?
DU WILLST MEHR TESTS?
Autor – Jens Staudt
Größe: 191 cm
Gewicht: 103 kg
Fahrstil: Mit seinem Race-Hintergrund sind die Linien geplant, auch wenn es mal rumpelt. Wenn möglich, werden Passagen übersprungen. Die ganze Breite eines Trails sollte man nutzen. Andere würden sagen – kompromisslos.
Motivation: Ein Produkt sollte sorgenfrei und möglichst lange funktionieren. Wenn man weniger schrauben muss, kann man mehr fahren. Er bastelt gerne und schaut, wie das Bike noch optimiert werden kann.

