Eurobike 2026: Bike Yoke, Intend, Kenda, Kind Shock, Exa Form, Rohloff, Stablead

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Die Eurobike ist tot – lang lebe die Eurobike. Zum 34. mal traf sich die Bikeindustrie zum regen Austausch, Businesstalk und natürlich um neue Bikes und Teile zu präsentieren. Auch wenn die Messe stark verkleinert wurde gegenüber letztem Jahr fanden sich spannende Neuheiten. Und versprochen. Es sind nicht nur E-Bike-Motoren und 32 Zoll Bikes. In diesem Artikel beleuchten wir einige der relevanten Neuheiten.

Mehr Eurobike-News findest du hier.

Bike Yoke

Coffee to go, Edelpumpe, Sattel, Pedale, Stützenupdate, SRAM Trigger

Passion für Teile. Wir trafen Sacki von Bike Yoke und er hatte erstaunlich viele Updates mit im Gepäck. Neben einer Kaffemaschine für den Trail oder eben “weil mans kann” feuert man mit einer CO2-Kartusche das Wasser durch eine Kaffeekapsel. Spontan gab es dann ein “Cold-Brew” im Foyer von Halle 12. Zubereitet von Sacki-himself.

Einzelteile vorbereiten, Kaffeekapsel einsetzen, …

zusammensetzen und langsam den Druck freigeben.

Im Gepäck war auch eine Dämpferpumpe. Fähig, Drücke weit über 300 psi zu generieren, macht sie nicht nur Liebhabern von hochqualitativen Werkzeugen glücklich. Bei der hauseigenen Divine-Sattelstütze oder Intend-Dämpfern (bei höheren Fahrergewichten) benötigt man schnell mal mehr Druck. Den kann man mit der Bike Yoke-Dämpferpumpe erzeugen. Informationen zu Preis und Verfügbarkeit stehen noch aus.

“Darfs auch etwas mehr sein?” – Dämpferpumpen stachen in der Vergangenheit nicht unbedingt durch ein ansehnliches Finish oder hohe Qualität heraus. Bike Yoke möchte das jetzt ändern.

Hoher Druck. Es gibt einige Suspension-Hersteller, die Drücke jenseits von 300 psi benötigen. Dafür braucht man eine passende Pumpe, denn die meisten können das aktuell noch nicht.

Ein schicker Knauf aus Aluminium rundet die Pumpe ab.

Ein neuer Sattel mit mehreren Updates. Hier sieht man schön wie viel weiter die Seiten heruntergezogen wurden. Dadurch wird es für die Fahrer angenehmer, die gerne den Oberschenkel am Sattel haben und damit lenken. Wie beim bisherigen Sagma, kann man bei diesem neuen Modell ebenfalls die Rails tauschen – Carbon oder Stahl gibt’s zur Auswahl. Elastomere hat auch das Update hier verbaut – allerdings nur noch hinten. Dadurch erhält man je nach Härte des Elastomers beliebig viel Spiel im Sattel während des Pedalierens. Insgesamt gibt es drei Härten, die sich wie auch die Rails austauschen lassen. Zunächst soll nur die hier abgebildete 3D-Druck-Variante vorgestellt werden – weitere Varianten folgen.

Inkrementell und immer besser. Eine neue Stütze mit verringerter Bauhöhe, aber verlängertem Hub – 250 mm schafft dieses Modell. Sie soll die Divine sowie die Revive nicht ersetzen und noch dieses Jahr erhältlich sein.

Das Hebelgefühl ist ebenfalls direkter geworden. Wie viel Leerweg darf es sein? Wenig Druck und so gut wie keinen Weg mit dem Daumen – die Stütze fährt aus, natürlich alles einstellbar.

Hebelposition ist individuell. Wer mit der Möglichkeiten des SRAM Podhalters nicht glücklich wird, kann mit dem Nachrüstteil auch eine horizontale Ausrichtung erzielen.

Sacki legt schon immer großen Wert auf jedes Detail. Seine eigenen Bikes machen da keine Ausnahme.

Hope

Die Rückkehr des Ankers! Oder auch 6 Kolben für ein Halleluja. Momentan limitiert auf 1.000 Stück, legt man die 6Ti neu auf: Hope EVO V6Ti.

Sie knüpft an die damalige Mono 6Ti von 2003 an und kommt mit CNC-gefrästem, einteiligem Bremssattel sowie Titan-Kolben mit Ti-Nitrid-Beschichtung. Konzipiert ist die V6Ti für Bremsscheiben mit 2,3 und 3,3 mm dicke Scheiben.

Das Mono Edition-Bremsenset beinhaltet eine vordere sowie eine hintere Bremse, zwei T-Slot-Rotoren, Adapter, zusätzliche Power-Hebel, zusätzliche Bremsbeläge, Keyring und eine Editionskarte. Verfügbar ist es ab 1. August und geht für 1.750 € über die Ladentheke.

Der einteilig, CNC-gefräste Monoblock mit sechs Titan-Kolben im Inneren.

Einen kleiner Blast-from-the-past gab es ebenfalls zu bestaunen. Die erste 6-Kolben-Bremse Mono 6Ti von 2003.

Intend

Intend macht Feintuning. Die hauseigene Elevator-Variostütze wirkt nicht nur extrem minimalistisch, sie ist es auch. Die niedrige Bauweise wurde nun gepaart mit einem Feature, das die Stütze gegen Ende des Travels verlangsamt. Über den Luftdruck stellt man sie auf das Fahrergewicht ein und erhält somit die ideale Progression zum Ende des Hubs. Zunächst wird sie nur in 31,6 mm Durchmesser und 190 mm Hub erhältlich sein. In ein paar Wochen soll es soweit sein.

Intend-typisch. Clean.

Wo die Stütze schlicht ausfällt, bietet der Daumenhebel “Elevator Boy” jede Menge Details zu entdecken, mit denen Intend sich einen Namen in der Branche gemacht hat. Das Highlight: Für den Aus- und Einbau muss man den Seilzug nicht mehr durchknipsen. Der Preis soll bei ca. 70 € liegen und zeitgleich mit der Stütze verfügbar sein.

Mehr als ein Konzept? Wer mit häufigem Speichenbruch zu kämpfen hat, kann sich das Demontieren des Reifens und Flicken des Felgenbands sparen. Die Speichen hängen in einem Zwischenbauteil. Aktuell ist dafür noch keine Serienreife vorgesehen. Besteht daran Interesse? Intend freut sich über Feedback!

SimonsLAB – ZETA

Eine Federgabel ohne Kartusche gibt es nicht. Simon von Intend entwickelt unter dem gleichnamigen LAB nun seine sogenannte ZETA. Sie ist nicht nur kompatibel mit den Intend-Federgabeln, sondern auch mit der Fox 38 und RockShox Zeb.

Das Ziel von Simon: Echtes Shim-Tuning – das normalerweise intern vom Tuner durchgeführt werden muss – über die externen Einsteller möglich zu machen. Anstatt die Shims wie bei anderen Herstellern über eine Feder härter vorzuspannen, wirken die High-Speed-Knöpfe (HSC & HSR) hier als echte “TUNE”-Wähler. Die Shims im Inneren bleiben in ihrer physischen Vorspannung unberührt. Stattdessen steuert der Einsteller, wie viel aktive Fläche des Shimstacks vom Öl umströmt und beansprucht wird.

Die Low-Speed-Einsteller (LSC & LSR) steuern über ein klassisches Nadelventil den Ölbypass bei langsamen Schaftgeschwindigkeiten. Zusätzlich besitzt die Kartusche ein Hydraulic Bottom Out (HBO) auf den letzten 25 mm des Federwegs, um harte Durchschläge effektiv zu verhindern.

Einstellbereich:

  • High-Speed Compression TUNE: 7 Tunes

  • High-Speed Rebound TUNE: 7 Tunes

  • Low-Speed Compression: 23 Klicks

  • Low-Speed Rebound: 20 Klicks

Wertig gefertigt und mit spannenden Features versehen – die ZETA Kartusche

Ein Osterei für den geneigten Bikenerd. ROX? Focks? IntRox? IntFocks?

Der Highspeedrebound wird verstellt indem man das Standrohr herauszieht und dreht. USD vorausgesetzt.

Kenda

XC-Piloten aufgegpasst – Kenda präsentierte den neuen Dagger. Bei der Karassenwahl findet man zwei Optionen: 120 tpi mit 725 g (XC) oder 60 tpi mit 810 g (Trail). Wie bei den anderen Kenda-Modellen auch braucht der Kunde bei der Gummimischung nicht lange grübeln: Pro Casing gibt es nur eine Variante – je gröber der Einsatzzweck, desto weicher der Gummi. Auch bei der Reifengröße und -breite halten sie es schlicht: 29×2,4 Zoll. XC-üblich lag das Hauptaugenmerk auf einem schnellen, effizienten Rollverhalten. Mit den aggressiven Seitenstollen soll er dennoch mit viel Grip auf losem, felsigen und nassen Boden punkten. Der Dagger ist ab sofort erhältlich.

Updates gibt es vor allem im boomenden Gravel-Bereich, aber auch XC hat neue Pellen im Angebot. Die Reifen mit Slick in der Mitte kommen mit extra weichem Gummi für mehr Grip bei niedrigem Rollwiderstand.

Enduro-Bros bekommen weiterhin die bekannten Modelle.

Kind Shock & Exa Form

Ein Hersteller, der nicht unbedingt im Rampenlicht steht. Kind Shock ist aber dennoch ein wichtiger Player, was die Fertigung von Biketeilen angeht. Nicht alle laufen unter dem KS-Logo. Nun bekommt die hauseigene Stütze mit der Rage-i 2.0 ein Update. Eine elektronische Neuheit, die direkt mit dem E‑Bike-Akku verbunden werden kann, kommt Ende des Jahres.

Die Kind Shock Rage-i 2.0 mit Seilzug erhält durch ein neues Öl-Luft-System eine kompaktere Bauweise mit kürzerer Einstecktiefe, während sie ab sofort auch mit 210 mm Hub verfügbar ist. Ein neues, externes Ventil erlaubt es, den Luftdruck individuell an das Fahrergewicht anzupassen. Dank einer größeren Luftkammer lässt sich die Sattelstütze am Ende des Hubs deutlich leichter absenken – ideal für leichtere Fahrer. Das neue offene Design ermöglicht den unkomplizierten Service zu Hause oder in der Werkstatt.

Außerdem stellten sie die elektronische E-Lev-Dropper-Post vor. Die Steuerung läuft zwar kabellos über eine Funkfernbedienung (2,4 GHz), der Strom für die Stütze selbst wird aber direkt aus dem Hauptakku des E-Bikes bezogen. Das System ist perfekt auf die drei marktführenden E-Bike-Antriebe abgestimmt und funktioniert mit Bosch (HPP-Anschluss), Shimano (ACC-Zubehör) und DJI Avinox.

Die Kind Shock Rage-i 2.0 mit neuem Design.

Dropper und Suspension am Gravel? Gerne. Die Spielarten der schnellen Feldweg-Fraktion sind divers. Kind Shock bietet entsprechende Produkte an.

32–29 Trailbike mit einem Touch Enduro? Mit dem Tochterunternehmen EXA FORM entwickelt Kind Shock nun auch Suspension. Dabei gibt man sich nicht nur mit kurzem Hub zufrieden. Damit man die Produkte auch adäquat präsentieren kann, entwickelt man direkt das passende Bike dazu. Die Upside-Down-Federgabel gibt es für 32 und 29 Zoll.

32 Zoll Mega-Trailbike

Wirkt 29 Zoll hier fast schon klein?

Ganz am Rand steht ebenfalls ein spannendes Suspension-Produkt. Eine 36-mm-Plattform die auf den Einsteigermarkt abzielt. Kostengünstig und Basis-Funktionen sollten die meisten Biker glücklich machen.

Kein Fully ohne Dämpfer. Am Heck werkelt das Pendant. Lediglich Luftdruck und Zugstufe sind einstellbar.

Rohloff

„Evolution schlägt Revolution!“ – So ziemlich jeder Biker hat sich einmal nach einer aufgeräumteren Optik und mehr Wartungsfreiheit gesehnt. Rohloff ist mit seiner 14-Gang-Nabe seit fast 30 Jahren ein sprichwörtlich stabiler Anbieter. Der Drehgriff polarisierte schon immer. Jetzt gab es für die elektronische Ansteuerung „E14 Solo“ mit 526 % Bandbreite einen Eurobike-Award. Der Name „Solo“ steht dabei für ein klares Konzept: unabhängig und auf das Wesentliche reduziert. Die E-14 Solo funktioniert vollständig ohne App, Cloud-Anbindung oder Benutzerkonto. Statt digitaler Abhängigkeiten setzt Rohloff auf direkte Kontrolle und maximale Zuverlässigkeit. Nachhaltigkeit war ein wichtiger Punkt: Sie ist mit allen jemals produzierten Speedhub-Naben kompatibel. Außerdem kann man sie mit Flatbar wie auch mit Dropbar fahren. Rohloff verspricht 20.000 Schaltvorgänge beziehungsweise bis zu 2.000 km pro Ladezyklus. Der Trigger bietet zwei Richtungen und zusätzlich einen Pinch-Klick, bei dem man die beiden Paddel zusammendrückt, um sich den Batteriezustand anzeigen zu lassen.

Der Akku sitzt in der Sattelstütze und versorgt den Antrieb.

Stablead

Bunt ging es zu bei Stablead. Verschiedenste Form- und Farbvarianten der Plattformpedale, Vorbauten, Kettenblätter und eine Keramikbeschichtung erregen Aufmerksamkeit.

Dabei gab es aber noch deutlich mehr …

Bereits letztes Jahr waren wir bei ihnen am Stand: zum letztjährigen Artikel mit Brian Lopes-Interview.

Auch in diesem Jahr konnten wir noch keinen offiziellen Launch-Termin herauskitzeln. Angedacht sei wohl ein Marktstart im Frühjahr 2027. Dann aber auch nicht direkt für alle Produkte. Die Komponenten sind wohl fertig. Neu sind die Bremsen. Und die Suspension ist noch in Arbeit.

Loamer Doppelbrücke

Letztes Jahr waren es noch Federgabeln ohne Inhalt. Nun gibt es ein Innenleben für das man Suspension-Legende Tom Rogers an Board geholt hat. Wenn alles nach Plan läuft könnte die Suspension-Reihe im nächsten Jahr auf den Markt kommen.

Schlechte Nachricht: Den Rahmen wird es so nicht zu kaufen geben. Dafür soll aber das Fahrwerk im nächsten Jahr vorgestellt werden.

Der kleine USB Port kündigt eine erweiterte Funktionalität an. Details gibt es noch nicht aber es könnte in Richtung Auslesen gehen, FOX Live Valve Neo oder Flight Attendant.

Dem Dämpfer wird es in einer Luft- …

… und Stahlfederausführung geben.

Die Bremse kommt in edlem Finish und ist in ihrer Hebelposition und dem Leerweg verstellbar.

Der Druckpunkt …

… ist knackig und der Weg ist kurz. Mit dem gut funktionierenden Druckpunktversteller lässt sich das aber auch unkompliziert ändern.

Durch die Ceracoat-Beschichtung sollen die Komponenten besonders resistent gegen Macken und Kratzer sein.

Brian Lopes war ebenfalls wieder als Special-Agent für Stablead unterwegs.

 

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Autor – JENST STAUDT

Größe: 191 cm

Gewicht: 103 kg

Fahrstil: Mit seinem Race-Hintergrund sind die Linien geplant, auch wenn es mal rumpelt. Wenn möglich, werden Passagen übersprungen. Die ganze Breite eines Trails sollte man nutzen. Andere würden sagen – kompromisslos.

Motivation: Ein Produkt sollte sorgenfrei und möglichst lange funktionieren. Wenn man weniger schrauben muss, kann man mehr fahren. Er bastelt gerne und schaut, wie das Bike noch optimiert werden kann.


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